Firmengründer Johann Distler

Philosopie

Die Funktion bestimmt den Grundriss.
Ein Gebäude plant man von Innen nach Außen unter Berücksichtigung städtebaulicher Aspekte.

Johann Distler, Firmengründer

Am 18.9.1937 erblickte er als viertes Kind von sieben in Pölling das Licht der Welt. Nach seiner Schulzeit erlernte Johann Distler in der Baufirma Gärtner, dem Vater des Architekten Franz-Xaver Gärtner, das Maurerhandwerk. Schon bald ereilte ihn, als einer der Ersten nach der Einführung, der Grundwehrdienst. Als Gebirgsjäger in Mittenwald fand er nebenbei auch zu seinen späteren Hobbys: Skifahren und Bergwandern.

Die Zeit fernab von der Heimat führten auch zu der Erkenntnis, nach dem Wehrdienst eine Weiterbildung zu absolvieren. Zuerst machte er seinen Abschluss als Hochbautechniker an der Rudolf-Diesel-Berufsoberschule in Nürnberg. Anschließend folgte das Fernstudium an der TH Darmstadt. Erste Berufserfahrungen als Bauleiter machte er im Büro des Architekten Franz-Xaver Gärtner. Ein erstes Projekt war der damalige Neubau des Landratsamtes in Neumarkt. Die Assistenz Franz-Xavers Gärtners bei Prof. Sepp Ruf in München führten Johann in die Architektur der Moderne ein. Nach zwei Jahren wechselte er für weitere zwei in das Büro des Neumarkter Architekten Hanns Meier. Das war zur damaligen Zeit „der“ Architekt in Neumarkt. Er rettete zahlreiche Bauten, u.a. das Rathaus. Hanns Meier legte Wert auf gute und funktionale Architektur und ein städtebauliches Feingefühl. Seine Kompetenz und soziale Verantwortung prägten Johann Distler nachhaltig. Anschließend arbeitete Johann Distler zwei Jahre im Architekturbüro Otto Schier in Nürnberg. 1968 trat er dann in das Bauunternehmen Max Bögl ein. Er avancierte bald zum Leiter der Abteilung Hochbau und wurde mit dem Aufbau der Abteilung „Schlüsselfertiges Bauen“ betraut. Bei der Firma Bögl verantwortete er unter anderem den Bau der Universitäten Regensburg und Erlangen, des Willibald-Gluck-Gymnasiums in Neumarkt und zahlreicher Industriebauten und komplexer Handelsprojekte.

1982 wagte Johann Distler den Schritt in die Selbstständigkeit als Archiktekt. Er plante und realisierte eine Vielzahl von Projekten mit Schwerpunkt in den Bereichen Handel, Industrie- und Gewerbebau, Produktionsgebäuden, sowie Schulen in ganz Bayern. In Neumarkt waren es u.a. folgende Projekte:

  • Produktionsgebäude der Jura-Fleisch
  • Erweiterung und Umbau Autohaus Bögl
  • Neubau Verkaufsgebäude für Jura-Fleisch
  • Neubau Verkaufsgebäude TeVi an der Nürnberger Straße
  • Neubau Autohaus Fischer
  • Erweiterungsbauten für das Ostendorfer- und Willibald-Gluck-Gymnasium
  • Sanierung und Umbau Rundbau am Klinikum
  • Umbau und Erweiterung OP-Bereich, 1. Bauabschnitt zur Sanierung und Erweiterung des Klinikums

Johann Distler war Perfektionist. Er gab sich nie mit einem Planungsergebnis zufrieden, sondern suchte stets nach noch besseren Lösungen. Gebäude und Nutzung wurden stets von innen nach außen innerhalb eines städtebaulichen Ganzen entwickelt. Eine sehr gute Funktion, ein durchdachtes Detail waren ihm genauso wichtig wie eine städtebauliche Lösung und ansprechende Architektur. Über die klassische Architektur hinaus war sein stringentes Projektmanagement sein Markenzeichen – kürzest mögliche Bauzeiten, Termintreue auch bei knappen Budgets seine Prämisse.

Johann Distler starb überraschend am 29. Oktober 2014 im Alter von 77 Jahren. Er war bis zu seinem letzten Tag im Büro und ging mit großer Leidenschaft seinem Beruf als Architekt nach. Seine beiden Söhne werden gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die Arbeit in seinem Sinne weiterführen.