Hammerbacher GmbH in Neumarkt

Neues Verwaltungsgebäude und Logistikzentrum

An exponierter Lage am südlichen Stadteingang von Neumarkt i.d.OPf. entstand das neue Logistikzentrum der Hammerbacher GmbH. Der Entwurf reagiert auf die besondere städtebauliche Situation mit einer klaren, identitätsstiftenden Architektur, die Arbeits- und Aufenthaltsqualität gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt.

Städtebauliches Konzept und Organisation

Das Ensemble aus Verwaltungsgebäude und Logistikhalle positioniert sich als präzise gesetzter Baustein im Übergang zwischen Stadt und Landschaft. Über einen gemeinsamen Haupteingang gelangen Besucherinnen, Besucher und Mitarbeitende in das Gebäudeensemble – ein bewusst gesetztes Zeichen für Gleichwertigkeit und Transparenz im Arbeitsumfeld. Cafeteria und Terrasse am firmeneigenen Teich schaffen Orte der Begegnung und Erholung. Eine Brücke verbindet die Logistikhalle mit dem Verwaltungsgebäude und symbolisiert die funktionale und kommunikative Verbindung beider Bereiche.

Übergang vom Logistikgebäude ins Verwaltungsgebäude über einen als Glaskubus gestalteten Verbindungsgang
Verwaltungsgebäude mit überdachtem Übergang zum Logistikzentrum.

Konstruktion und Materialität

Das dreigeschossige Verwaltungsgebäude ruht auf einem Sockel aus CO₂-reduziertem Beton. Die darüberliegenden Geschosse wurden vollständig in Holzbauweise errichtet. Tragwerk, Holz-Alu-Fassade, raumakustisch wirksame Decken und Innentüren bestehen aus Fichtenholz mit einheitlicher Oberflächenbehandlung – ein durchgängiges Materialkonzept, das Wärme und Klarheit vermittelt.

Großzügige, raumhohe Glasflächen öffnen die Arbeitsbereiche zur umgebenden Natur. Außenliegende Textilscreens dienen als Sonnen- und Blendschutz und sind am Wartungsbalkon montiert. Durch die entstehende Kaminwirkung kann Stauwärme effektiv abgeführt werden – ein Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz.

Blick in den Konferenzraum, link Stühle und Präsentationsmonitor, mitte eine Pflanze und ein Kunstwerk, rechts gestaltete Glaswand mit Streifen und Ornamenten

Die offene Grundrissstruktur organisiert sich um einen zentralen Funktionskern. Akustisch optimierte Oberflächen, Teppichböden und Schallschutzsegel aus dem eigenen Produktportfolio des Bauherrn schaffen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Wo räumliche Trennungen erforderlich sind, kommen gläserne Elemente zum Einsatz. Die Räume werden mechanisch be- und entlüftet, die Fußbodenheizung übernimmt im Sommer zusätzlich die Funktion einer Flächenkühlung. Der charakteristische Wartungsbalkon ist mit markanten X-förmigen Holzstützen ausgebildet – ein wiederkehrendes Gestaltungsmerkmal des Projekts.

Logistikhalle und Fassadenkonzept

Die Logistik- und Werkstatthalle wird durch ein wellenförmiges Dach mit großzügigem Überstand geprägt. X-förmige Stützen gliedern die Fassade und vermitteln zwischen Funktionalität und architektonischem Ausdruck. Die klar strukturierte Baukörperkomposition fügt sich selbstverständlich in das Umfeld ein und definiert zugleich die stadträumliche Kante entlang der Bundesstraße. Der Logistikhof ist zur Straße hin abgeschirmt, sodass sich nach außen ein geordneter, ruhiger Betriebsablauf präsentiert.

Alle Funktionsbereiche sind durch die „lesbare“ Architektur intuitiv auffindbar, sodass keine Beschilderung erforderlich ist.

Ansicht der Lagerhalle der Hammerbacher GmbH seitlich von hinten nach vorne mit den einzelnen Anlieferungsplätzen. Jedes Tor hat eine große rote Ziffer.
Ausschnitte des Verwaltungsgebäudes der Hammerbacher GmbH: links die Kantine mit roten kunstvollen, schönen Wandpanelen, davor Sitzbänke dick in rot gepolstert, weiße Tische und weiße Stühle, daneben ein Ausschnitt der Küche – auch in Rot und Weiß gehalten, er folgt ein Ausschnitt mit einem Blick ins Treppenhaus durch die Türzarge hindurch, sowie in den Bereich vor dem Besprechungsraum. Die Deckenbeleuchtung sehen aus wie weiße Linien in die Betondecke eingelassen.

Nachhaltigkeit und Energiekonzept

Das Gebäude übertrifft die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes deutlich und wird mit dem DGNB-Zertifikat in Silber ausgezeichnet. Eine Ökobilanzierung wurde durchgeführt. Das wellenförmige Dach trägt eine extensive Begrünung sowie eine nahezu vollflächig installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 2 MWp. Damit erzeugt das Logistikzentrum mehr Energie, als es selbst verbraucht.

Heizung und Kühlung erfolgen über eine Wärmepumpenanlage in Kombination mit Eisspeichern. Der jährliche Primärenergieverbrauch liegt bei etwa 18 kWh/m²a – ein außergewöhnlich niedriger Wert für ein Gebäude dieser Nutzungskategorie. Sämtliche Niederschlagswässer werden auf dem Grundstück versickert.

Luftaufnahme Blick direkt von oben aufs Dach. Das Dach ist mit einer Photovoltaikanlage komplett bestückt.

Realisierung und Ausblick

Die Umsetzung erfolgte in Einzelgewerken. Das Grundstück bietet die Möglichkeit, die Logistikflächen in südlicher Richtung, um eine weitere Halle gleicher Größe zu erweitern – ein zukunftsfähiges Konzept mit architektonischer und technischer Klarheit.

Fotograf: Rainer Taepper

Bauherr: Hammerbacher GmbH

Website: https://hammerbacher.com

Ort: Neumarkt in der Oberpfalz, Deutschland

Projekt: Logistikzentrum Hammerbacher GmbH, Neumarkt

Leistungsphasen: 1-9

Netto-Grundfläche: Verwaltung ca. 2.060 m2, Logistik 20.300 m2

Blick auf den Außenbereit der Hammerbach GmbH mit Terrrasse und Teich vor dem Verwaltungsgebäude