Werkserweiterung der Bionorica SE in Neumarkt
Der Produktionsstandort der Bionorica SE in Neumarkt wurde einer umfassenden Modernisierung und Erweiterung unterzogen.
Im Zuge des Projekts entstanden ein neues Gefahrstofflager, Produktionsbereiche sowie ein hochmodernes Hochregallager. Zudem wurde die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel durch den Ausbau der Produktionsanlagen und den Einsatz modernster Technologien weiter optimiert.
Das Ensemble präsentiert sich als überzeugendes Beispiel für eine zeitgemäße Weiterentwicklung industrieller Architektur, bei der Bestand und Innovation in einen harmonischen Dialog treten. Das ursprünglich 2006 errichtete Verwaltungsgebäude erhielt eine neue, präzise gegliederte Fassadenhülle, die dem Baukörper eine klare, moderne Identität verleiht. Die feine Rasterung der Fassadenplatten, schafft eine ausgewogene Balance zwischen Technik und Eleganz. Großzügige Verglasungen öffnen das Gebäude, verankern es visuell im umgebenden Campus und tragen zur Transparenz der Unternehmensprozesse bei.
In unmitelbarer Nähe wurde die Standortstruktur durch neue Funktionsbauten signifikant erweitert: Ein hochmodernes Gefahrstofflager, Produktionsbereiche sowie ein beeindruckendes Hochregallager komplettieren das Areal. Funktion und Ästhetik sind dabei eng verknüpft: Das architektonische Konzept basiert auf einer präzisen Abstimmung funktionaler Abläufe, kurzen Wegen und einer klaren Zonierung. Dabei entsteht ein Ensemble, das trotz heterogener Anforderungen eine einheitliche, ruhige Architektursprache pflegt.
Besonders prägnant ist die vorgestellte Fassadenkonstruktion aus vertikal angeordneten Vierkantalurohren, die dem Ensemble eine klare Linearität verleiht. Wie eine filigrane Scheibe wird diese Struktur vor die ansonsten mächtige Fassade gelegt und nimmt ihr bewusst die Wucht. Dadurch entsteht eine vermittelnde Ebene zwischen Baukörper und Stadtraum, die das Volumen maßstäblich gliedert und städtebaulich wirksam in Erscheinung tritt. Eingebettet in diese Struktur erscheint subtil ein abstrahiertes Blattmotiv – ein poetisches Detail, das die pflanzliche Herkunft der hergestellten Produkte widerspiegelt und zugleich das Logo der Firma aufnimmt, ohne plakativ zu wirken.
Die vorgesetzte Struktur übernimmt zudem eine technische Funktion als begehbarer Wartungsgang – ein architektonisch anspruchsvolles und funktional intelligentes Detail, das die Synthese von Technik und Gestaltung unterstreicht. Die erweiterten Produktionsanlagen sowie die Integration innovativer Technologien stärken nicht nur die Effizienz, sondern setzen ein sichtbares Zeichen für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Arzneimittelproduktion pflanzlichen Ursprungs.
Abgerundet wird das Gesamtbild durch eine großzügige Anlieferungs- und Logistikzone, die den Campus funktional gliedert und die industrielle Nutzung gleichzeitig gestalterisch einbindet. Die klare Formensprache, präzise Materialität und sorgfältige landschaftliche Einbettung verleihen dem Standort eine ruhige, technisch souveräne Präsenz – ein authentisches Statement für moderne Produktionskultur und architektonische Qualität.
Fotograf: Rainer Taepper
Bauherr: Bionorica SE
Website: https://www.bionorica.de/
Standort: Neumarkt i.d.OPf.
Leistungsphase: 1-9
Investitionsvolumen netto: 24.336.708,00 €
Netto-Grundfläche: 5.741,29 m²
Brutto-Grundfläche: 6.799,75 m²
Brutto-Rauminhalt: 52.885,16 m³
Realisierungszeitraum: 10/23 – 09/25










